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Die Truhe erstrahlt in neuem Glanz

Rostock16.10.2018 − 12:05
Deckfarben
Holzveredelung

Die Truhe kam mit dem Haus und wird alle paar Jahre von der einen in die andere Ecke und schließlich in den nächsten Raum für Gerümpel bewegt, weil sie im Weg steht. Sie ist groß und unbrauchbar, wenn man sie öffnet riecht es unangenehm nach öligen Tüchern, die darin vom Vorbesitzer gelagert wurden. Der Deckel ist so wurmstichig, dass es rieselt. Die Truhe ist schwer.So schwer, dass das Bewegen so gar keinen Spaß macht und der Nachbar mitanpacken muß. Nun ja, jetzt ist die Zeit daraus etwas brauchbares zu machen. Wenn man den Geruch rausbekommt, kann sie vielleicht zur Lagerung von Handtüchern, Bettwäsche und Decken genutzt werden. Das Abschleifen ist keine besonders schwierige Angelegenheit, glatte Flächen, wenige Verzierungen und nur eine Schicht alter Farbe herunterzubekommen. Die Leisten stemme ich ab, die sind ohnehin nicht zu retten und werden am Schluß ersetzt. Die Beschläge bekomme ich nicht abgeschraubt, deshalb wird etwas umständlich abgeklebt und später drumherum gepinselt. Nach dem Abschleifen kommt eine Truhe aus zwei unterschiedlich farbigen Hölzern zum Vorschein. Der Truhenkörper aus dem vermutlich aus schwerem Holz und ohne Wurmlöcher, der schadhafte Deckel dürfte aus weichem Kiefernholz sein. Nach einer Anfrage beim Tischler ist klar, dass ich mir keinen neuen Deckel bauen lassen werde- mit der Rundung wird das eine ziemlich teure Angelegenheit, also greife ich zur Spachtelmasse und repariere die größten Löcher etwas laienhaft. Das Streichen ist wie immer die einfachste Sache- zwei Anstriche und die Truhe ist Taubenblau. Der Truhenfuß soll Weiß werden, jetzt im Nachhinein hätte ich ein helles Grau noch besser gefunden; es leuchtet doch sehr. Aber was soll´s; für mich ist das Projekt abgeschlossen und viele andere Aufgaben warten. Ach ja, der Geruch ist nur durch´s Schleifen verschwunden. Innen habe ich sie nicht mal gestrichen.

Tochter: Aja

Die Holztruhe war verbotenes Territorium: Der Deckel ist nämlich so schwer, dass wenn er mir auf die Finger fällt, diese gleich ab sind und für immer in der Truhe liegen bleiben würden. Jetzt haben Mama und Papa die Truhe in die Scheune geschleppt, damit sie eine neue Farbe bekommt. Mama muß sich beeilen, die Rauchschwalben kommen nämlich aus dem Winterurlaub zurück und kacken einfach von oben drauf, sagt sie.

Wäre doch schade.

Trotzdem steht sie wochenlang und Mama hat keine große Lust, sagt sie. Irgendwann ist die Kiste nicht mehr dunkelrot, sondern holzfarben. Die Hunde und Max, der Kater, untersuchen mit mir ausgiebig die Kiste. Jetzt ist das sogar erlaubt wenn Mama dabei ist. Ich stell mir vor, dass ich durch die Kiste in eine andere Welt tauchen kann. Und dann habe ich eine Idee: Die Kiste ist meine Zauberkiste und Flinn und Turre meine Versuchshunde. Beide brauchen wieder eine Kurzhaarfrisur, es ist schließlich schon sehr warm in diesem Frühjahr und sie sehen schon gar nichts mehr. Ich bin eine Hexe, eine ganz fiese, weil ich frage sie nicht. Sie sollen sich in die Kiste setzen, Max mein Zauberkater (jede Hexe hat einen Kater), hilft mir damit der Zauberspruch wirkt. "Hokus-Pokus und ab die Locke", rufe ich und langsam öffnet sich der Truhendeckel. Turre schaut wie ein begossener Pudel, Flinn trägt es mit etwas mehr Fassung- beide springen als Kurzhaarhunde aus der ollen Truhe. Toll, so eine Zaubertruhe wollte ich immer schon haben. Sollte ich vielleicht auch mal den Kater hineinsetzen?

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